Das Licht im Inneren: Vom Glühwürmchen zur Selbsterkenntnis
Hast du dich jemals gefragt, was in dir vorging, als du zum ersten Mal ein Glühwürmchen beobachtet hast, wie es mutig der Dunkelheit trotzt? Sein Leuchten wird nicht von außen gespeist; es kann unmöglich durch externe Einflüsse erzeugt werden. Dieses Licht entspringt allein seinem Inneren. Es entsteht durch eine chemische Reaktion im eigenen Körper – und genau darin liegt eine tiefe Wahrheit.
Dieses kleine Wesen erinnert mich lebhaft an meine ersten Schritte in der Freimaurerei und an die eindringliche Aufforderung: „Schau in dich hinein!“ Sind wahre Erkenntnis und Humanität nicht genau dieses „innere Feuer“, das die Dunkelheit der Unwissenheit vertreibt?
Von der Dunkelheit zum Licht
Wir Freimaurer haben den Schritt aus der „Dunkelheit“ der profanen Welt gewagt – weg von einem Zustand des Chaos, der Intoleranz und der Unwissenheit. Wir akzeptieren die Existenz der Nacht, doch wir warten nicht passiv darauf, dass die Welt von selbst hell wird. Stattdessen bewahren wir unsere individuelle Leuchtkraft.
Auch wenn die Gesellschaft um uns herum rau oder finster erscheinen mag, sind wir aufgerufen, durch unser Handeln ein beständiger Lichtpunkt der Tugend zu sein.
Das Glühwürmchen ist für uns Freimaurer das vollkommene Symbol der Demut. Es ist klein und unscheinbar; es ist keine lodernde Fackel und keine gleißende Sonne. Wir Freimaurer wirken oft im Stillen. Es geht uns nicht um missionarischen Eifer, sondern um die Kraft des Vorbilds.
Ein einzelnes Glühwürmchen macht die Nacht nicht zum Tag, aber es schenkt dem Wanderer Orientierung. So soll auch der Freimaurer durch sein bloßes Dasein und sein ethisches Verhalten das Licht weitergeben und ein Wegweiser für andere sein.
Bevor ein Glühwürmchen leuchten kann, durchläuft es verschiedene Stadien der Entwicklung. Dieser natürliche Prozess spiegelt unsere Arbeit am „Rauen Stein“ wider. Erst durch die Veredelung des eigenen Charakters und die beharrliche Arbeit an uns selbst erlangen wir die Fähigkeit, in der geistigen Dunkelheit wahrhaft zu strahlen.
„Es ist besser, ein kleines Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu fluchen.“
Das Glühwürmchen trotzt der Dunkelheit nicht durch Kampf, sondern durch bloße Präsenz. Es ist das Symbol für die Kraft des Individuums, das durch Selbsterkenntnis und moralisches Handeln die Welt ein kleines Stück heller macht.
An diesem Punkt der Erkenntnis stelle ich mir eine Frage, die mich mit Hoffnung erfüllt:
Wie würde eine Welt aussehen, die von unendlich vielen Glühwürmchen – von uns Freimaurern – erleuchtet wird