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- Freimaurer suchen festen Treffpunkt in Germering
von Ovidiu BretanFür die Loge „Hugo de Paganis“ steht ein Umzug nach Germering an!
Beitrag der der Münchner Merkur hier lesen:

- Hugo de Paganis in der internationalen Presse
von Ovidiu BretanWir empfehlen Ihnen das Lesen des Artikels. Und wir bieten Ihnen den Artikel als Link und als PDF-Datei an.
- Freimaurer laden nach Planegg ein
von Ovidiu BretanFreimaurer laden Frauen und Männer zum Gästabend ein.
Beitrag aus der Münchner Merkur hier lesen:

- Das All-Sehende Auge
von Ovidiu BretanHeiliger Ursprung eines geraubten Symbols
Wenn Sie heute ein Bild eines Auges in einer Pyramide sehen, woran denken Sie zuerst? Vermutlich an Geheimbünde, die Illuminaten, globale Überwachung oder die Manipulation einer verdeckten Elite. Das All-Sehende Auge ist in der heutigen Populärkultur zu einem Sinnbild für Kontrolle und Machtmissbrauch geworden.

Doch die Geschichte dieses Symbols ist eine ganz andere. Was wir heute als düsteres Machtzeichen wahrnehmen, war über Jahrtausende hinweg ein heiliges Symbol für divine Fürsorge, göttliche Allwissenheit, Schutz und die Erweckung des eigenen spirituellen Bewusstseins.
Es handelt sich um ein Paradebeispiel dafür, wie tiefe spirituelle Symbole im Laufe der Zeit vereinnahmt, entwendet und in ihr Gegenteil verkehrt wurden. In diesem Vortrag möchte ich Sie auf eine Reise durch die Geschichte führen – zurück zu den tatsächlichen, wohlwollenden Wurzeln des All-Sehenden Auges.
1. Die Kraft der Symbolik und universelle Ursprünge
Symbole sind die kompakteste Form der menschlichen Kommunikation. Ein Bild transportiert Ideen, die Worte kaum fassen können. Während wir im Alltag Ampeln oder Firmenlogos nutzen, diente Symbolik in alten Kulturen vor allem dazu, nicht-physische, geistige Prozesse und göttliche Prinzipien greifbar zu machen.
Blicken wir in die Geschichte, zeigt sich: Die Vorstellung eines göttlichen, nie schlafenden Auges ist ein universelles Motiv der Menschheit, das unabhängig voneinander in verschiedenen Epochen und Regionen aufblühte.
2. Die Spuren in den alten Kulturen
Indien: Die Erweckung des Bewusstseins
Bereits in den über 3.000 Jahre alten Texten der Rigveda finden wir Hinweise auf die Sonne als ein „Auge im Himmel“, das die Schöpfung enthüllt und sich niemals schließt.
Im Hinduismus kennen wir das dritte Auge des Gottes Shiva. Dieses Auge steht für höheres Wissen. Wenn Shiva sein drittes Auge öffnet, zerstört es die Ignoranz und das Böse. Es ist eine Form der „kreativen Zerstörung“: Das Niedere und Täuschende wird eliminiert, damit die Wahrheit und das göttliche Bewusstsein Raum greifen können.
Buddhism: Weisheit und Mitgefühl
Auch im Buddhismus begegnen wir dieser Metapher. Der Buddha wird oft als „Auge der Welt“ bezeichnet. An nepalesischen Tempeln symbolisieren die aufgemalten Augen Weisheit und Mitgefühl. Der Punkt zwischen den Augenbrauen – das dritte Auge – markiert die Fähigkeit, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind.
Altes Ägypten: Schutz, Heilung und Neuroanatomie
Im alten Ägypten begegnet uns das Symbol gleich in mehrerer Hinsicht:
- Die Hieroglyphe für den Gott Osiris enthält ein Auge.
- Das berühmte Auge des Horus (sowie das Auge des Ra) galt als mächtiges Schutz- und Heilungssymbol.
Besonders faszinierend ist der neuroanatomische Bezug: Vergleicht man den Querschnitt des menschlichen Mittelhirns – mit Thalamus, Zirbeldrüse und Hypophyse – mit der Zeichnung des Horus-Auges, erkennt man eine verblüffende Ähnlichkeit. Die Altägypter schienen bereits zu wissen, dass im Zentrum unseres Gehirns der Sitz des Bewusstseins und der spirituellen Einsicht liegt.
3. Globale Parallelen: Von der Hamsa bis nach Amerika
Der Nahe Osten und Europa
Im Nahen Osten kennen wir das Hand-Auge-Symbol als Hamsa (im Islam Hand der Fatima, im Judentum Hand der Miriam). Es dient seit Jahrtausenden als Amulett zur Abwehr des bösen Blickes und von Gefahren. Ähnlich funktioniert das blaue Nazar-Auge in der Türkei und Griechenland. In den antiken griechischen Hymnen des Orpheus wiederum wird die Sonne als „ewiges Auge mit weitem Überblick“ und „Auge der Gerechtigkeit“ gepriesen.
Die Neue Welt
Interessanterweise taucht das Hand-Auge-Symbol auch in präkolumbianischen Kulturen Amerikas auf, wie etwa auf der berühmten Klapperschlangen-Scheibe aus Alabama, die von Archäologen als Tor zu spirituellen Dimensionen gedeutet wird.
Ein rätselhafter Fund in La Maná (Ecuador) brachte eine schwarze Steinpyramide mit 13 Stufen und einem schimmernden Auge an der Spitze ans Licht – ein Artefakt mit erstaunlicher Parallele zur ägyptischen und späteren westlichen Symbolik.
4. Das Auge Gottes im Christentum
Entgegen weit verbreiteter Mythen ist das Auge in der Pyramide kein Erfindungsprodukt moderner Geheimbünde. In der jüdisch-christlichen Tradition hat es eine lange, verankerte Geschichte als „Auge der Vorsehung“.
- Bibelstelle: Bereits im Psalm 34 heißt es: „Die Augen Gottes sind auf die Gerechten gerichtet.“
- Kunstgeschichte: Ab dem 16. Jahrhundert bildeten Renaissance-Künstler wie Jacopo Pontormo (1525) das All-Sehende Auge innerhalb eines Dreiecks ab, umgeben von Lichtstrahlen. Das Dreieck steht hierbei für die Heilige Dreifaltigkeit, das Auge für die Allgegenwart Gottes, der liebevoll über seine Schöpfung wacht.
- Architektur: Ob an der Abteikirche Saint-Jean-Baptiste im Elsass (1763), am Aachener Dom (1766) oder an Kirchen in den Niederlanden – das Symbol zierte christliche Bauwerke lange bevor freimaurerische oder illuminatische Umdeutungen im späten 18. Jahrhundert an Einfluss gewannen.
Fazit: Die Rückforderung der ursprünglichen Bedeutung
Meine Damen und Herren, die Reise durch die Geschichte zeigt ein eindeutiges Bild: Das All-Sehende Auge war ursprünglich kein Instrument der Furcht, der Unterdrückung oder der heimlichen Überwachung.
Über Jahrtausende und Kontinente hinweg stand es für:
- Die wohlwollende Obhut eines Schöpfers, der die Menschheit beschützt.
- Das Licht der Wahrheit, das Unwissenheit und Böses auflöst.
- Das menschliche Potenzial, das eigene spirituelle Bewusstsein zu erwecken.
Dass dieses Symbol heute mit düsteren Machtstrukturen assoziiert wird, ist das Ergebnis historischer Entfremdung. Wenn wir die Geschichte kennen, können wir die wahre, erhebende Bedeutung dieses Symbols wiedererkennen: als ein Zeichen des Schutzes, der Weisheit und des göttlichen Bewusstseins in uns allen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
- Plädoyer für die Machtfreiheit des Tempels
von Ovidiu BretanGeschätzte Leser, liebe Brüder,
wenn wir die Pforte unseres Tempels durchschreiten, lassen wir die Welt der Profanität hinter uns. Doch was genau bedeutet das im Kontext von Einfluss und Führung? Mein vorliegendes Plädoyer führt uns schonungslos vor Augen, wie Macht in der Gesellschaft funktioniert: durch Strafen, Belohnungssysteme oder die psychologische Umformung des Bewusstseins. Es ist ein System aus „repressiver“, „kompensatorischer“ und „konditionierter“ Macht.
Ich stehe heute hier, um darzulegen, warum diese Elemente in der Freimaurerei weder gewünscht sind noch genutzt werden dürfen.

Die Ablehnung fremdbestimmter Abhängigkeit
In der Welt, wie Max Weber sie beschreibt, ist Macht die Möglichkeit, „anderen seinen Willen aufzuzwingen“. In der Freimaurerei hingegen suchen wir den freien Mann von gutem Ruf. Ein Wille, der aufgezwungen wird, erstickt die Selbsterkenntnis. Wenn wir Methoden der „konditionierten Macht“ nutzen würden, um Überzeugungen zu erschüttern oder umzupolen, würden wir genau jene geistige Freiheit zerstören, die das Fundament unseres Bundes ist. In der Loge gibt es keine „Untergebene“, die gehorchen, sondern nur Brüder, die gemeinsam am rauen Stein arbeiten.
Persönlichkeit statt Status und Organisation
Mein Plädoyer dient als Warnung vor einer Organisation als „Kräftepotential“, das Macht konzentriert und Interessen rücksichtslos vorantreibt. In der Freimaurerei ist die Loge keine Organisation zur Durchsetzung von Machtinteressen, sondern ein Schutzraum für die individuelle Entwicklung.
- Besitz und Wohlstand, die profan als Quellen der Macht dienen, um Anpassung zu kaufen, verlieren im Tempel ihre Wirkung. Hier gilt der Mensch, nicht sein Geldbeutel.
- Eitelkeit und Geltungssucht, die Max Weber als „Todfeindin aller sachlichen Hingabe“ bezeichnet, haben in unserer Gemeinschaft keinen Platz. Wer die Loge als Bühne zur „Selbstbespiegelung“ nutzt, hat den Dienst an der Sache – der Humanität – nicht verstanden.
Führung als Dienst, nicht als Herrschaft
Ja, auch in einer Loge gibt es Führung. Doch diese unterscheidet sich grundlegend von der profanen Machtausübung. Führung in unserem Sinne bedeutet:
- Auf verschieden angelegte Menschen einzugehen.
- Schwierige Mitglieder einfühlsam zu behandeln.
- Gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme zu fördern.
Es ist eine Verantwortungsethik, die die Folgen des eigenen Tuns bedenkt, statt eine Gesinnungsethik, die nur die eigene Ideologie durchsetzen will. Macht in der Freimaurerei ist – wenn man sie überhaupt so nennen will – die Macht zur Selbstbeherrschung, nicht zur Beherrschung anderer.
Der Weg zum „Homo Humanus“
Ich schließe nun mit einer entscheidenden Erkenntnis: Der verderbliche Einfluss der Macht kann nur durch Selbsterkenntnis und den „brüderlichen Anspruch“ relativiert werden. Wir lehnen die „Verschränkung von Organisationen“ und die „Verfilzung von Machtstrukturen“ ab.
Stattdessen setzen wir auf den gegenseitigen Respekt, den Bischof Wilckens so treffend forderte. Nur wenn wir uns als „homo humanus“ begreifen, der seine eigenen Begierden und den Willen zur Macht hinterfragt und steuert, können wir jene Gräben zuschütten, die uns in der profanen Welt trennen.
Fazit:
Macht sucht das Eigene; die Freimaurerei sucht das Gemeinsame. Macht fordert Unterwerfung; die Freimaurerei fordert Erhebung. Macht nutzt den anderen als Mittel zum Zweck; wir sehen im Bruder und Schwester das Ziel an sich.
Lassen wir also die „Machtmittel“ der Welt draußen vor der Tür. Hier im Inneren zählt nur das Wort, die Vernunft und das Herz.
Ovidiu Bretan
14. April 2026