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  • Plädoyer für die Machtfreiheit des Tempels

    Geschätzte Leser, liebe Brüder,

    wenn wir die Pforte unseres Tempels durchschreiten, lassen wir die Welt der Profanität hinter uns. Doch was genau bedeutet das im Kontext von Einfluss und Führung? Mein vorliegendes Plädoyer führt uns schonungslos vor Augen, wie Macht in der Gesellschaft funktioniert: durch Strafen, Belohnungssysteme oder die psychologische Umformung des Bewusstseins. Es ist ein System aus „repressiver“, „kompensatorischer“ und „konditionierter“ Macht.

    Ich stehe heute hier, um darzulegen, warum diese Elemente in der Freimaurerei weder gewünscht sind noch genutzt werden dürfen.

    Die Ablehnung fremdbestimmter Abhängigkeit

    In der Welt, wie Max Weber sie beschreibt, ist Macht die Möglichkeit, „anderen seinen Willen aufzuzwingen“. In der Freimaurerei hingegen suchen wir den freien Mann von gutem Ruf. Ein Wille, der aufgezwungen wird, erstickt die Selbsterkenntnis. Wenn wir Methoden der „konditionierten Macht“ nutzen würden, um Überzeugungen zu erschüttern oder umzupolen, würden wir genau jene geistige Freiheit zerstören, die das Fundament unseres Bundes ist. In der Loge gibt es keine „Untergebene“, die gehorchen, sondern nur Brüder, die gemeinsam am rauen Stein arbeiten.

    Persönlichkeit statt Status und Organisation

    Mein Plädoyer dient als Warnung vor einer Organisation als „Kräftepotential“, das Macht konzentriert und Interessen rücksichtslos vorantreibt. In der Freimaurerei ist die Loge keine Organisation zur Durchsetzung von Machtinteressen, sondern ein Schutzraum für die individuelle Entwicklung.

    • Besitz und Wohlstand, die profan als Quellen der Macht dienen, um Anpassung zu kaufen, verlieren im Tempel ihre Wirkung. Hier gilt der Mensch, nicht sein Geldbeutel.
    • Eitelkeit und Geltungssucht, die Max Weber als „Todfeindin aller sachlichen Hingabe“ bezeichnet, haben in unserer Gemeinschaft keinen Platz. Wer die Loge als Bühne zur „Selbstbespiegelung“ nutzt, hat den Dienst an der Sache – der Humanität – nicht verstanden.

    Führung als Dienst, nicht als Herrschaft

    Ja, auch in einer Loge gibt es Führung. Doch diese unterscheidet sich grundlegend von der profanen Machtausübung. Führung in unserem Sinne bedeutet:

    • Auf verschieden angelegte Menschen einzugehen.
    • Schwierige Mitglieder einfühlsam zu behandeln.
    • Gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme zu fördern.

    Es ist eine Verantwortungsethik, die die Folgen des eigenen Tuns bedenkt, statt eine Gesinnungsethik, die nur die eigene Ideologie durchsetzen will. Macht in der Freimaurerei ist – wenn man sie überhaupt so nennen will – die Macht zur Selbstbeherrschung, nicht zur Beherrschung anderer.

    Der Weg zum „Homo Humanus“

    Ich schließe nun mit einer entscheidenden Erkenntnis: Der verderbliche Einfluss der Macht kann nur durch Selbsterkenntnis und den „brüderlichen Anspruch“ relativiert werden. Wir lehnen die „Verschränkung von Organisationen“ und die „Verfilzung von Machtstrukturen“ ab.

    Stattdessen setzen wir auf den gegenseitigen Respekt, den Bischof Wilckens so treffend forderte. Nur wenn wir uns als „homo humanus“ begreifen, der seine eigenen Begierden und den Willen zur Macht hinterfragt und steuert, können wir jene Gräben zuschütten, die uns in der profanen Welt trennen.

    Fazit:

    Macht sucht das Eigene; die Freimaurerei sucht das Gemeinsame. Macht fordert Unterwerfung; die Freimaurerei fordert Erhebung. Macht nutzt den anderen als Mittel zum Zweck; wir sehen im Bruder und Schwester das Ziel an sich.

    Lassen wir also die „Machtmittel“ der Welt draußen vor der Tür. Hier im Inneren zählt nur das Wort, die Vernunft und das Herz.

    Ovidiu Bretan
    14. April 2026

  • Zwischen anhaltender Gegnerschaft und zunehmender Akzeptanz

    Das Paradoxon von Geheimnis und Öffentlichkeit

    Das öffentliche Bild der Freimaurerei ist seit jeher von einem Spannungsfeld geprägt: Einerseits gilt sie als „Geheimbund“ oder diskrete Gesellschaft hinter verschlossenen Türen, andererseits war sie seit dem 18. Jahrhundert stets öffentlich aktiv. Es besteht eine Dialektik zwischen der Tendenz, ein „Bund der Bünde“ für die gesamte Menschheit sein zu wollen, und dem Festhalten an formalen Geheimnissen. Gibt es nur Männerbünde oder auch Frauenbünde oder sogar Freimaurer-Bünde – der 21. Jahrhundert geht moderne Wege.

    Das Verhältnis zwischen dem „Geheimen“ und dem „Öffentlichen“ war nie statisch, sondern unterliegt einem ständigen Diskurs. Dabei bedingen sich Selbstbilder (wie sich Maurer sehen) und Fremdbilder (wie sie wahrgenommen werden) gegenseitig. Selbst verzerrte Verschwörungstheorien sind oft Reaktionen auf die Selbstdarstellung des Bundes.


    Drei Grundbefindlichkeiten der Freimaurerei

    Um die Dynamik zwischen Innen- und Außensicht zu verstehen, müssen drei fundamentale Merkmale betrachtet werden:

    A. Inhaltliche und formale Unbestimmtheit

    Obwohl der Bund zentrale Merkmale besitzt (Verschwiegenheitseid, Initiation, Symbole, Rituale sowie humanistische oder christliche Werte), existiert eine „fordernde Leere“. Es gibt keinen universellen Konsens über die genaue Ausgestaltung von Ritualen oder die konkreten Zwecke des Bundes. Freimaurerei ist ein „Raum, in dem vieles möglich ist“ – sie befindet sich in einer permanenten Suche nach der eigenen Identität.

    B. Der halböffentliche Charakter

    Freimaurerei findet immer öfter trotz ihres Rückzugscharakters stets unter Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Historisch wie aktuell gibt es einen Spagat zwischen Verschwiegenheit und Selbstdarstellung:

    • Medienpräsenz: Von Zeitungsberichten im 18. Jahrhundert bis zu modernen Reportagen oder Fotos von Mitgliedern in ritueller Kleidung in auflagenstarken Magazinen.
    • Schrifttum: Um das „Geheimnis“ zu klären, wurde und wird enorm viel publiziert. Dies reicht von philosophischen Abhandlungen bis hin zu belletristischen Werken und sogenannten „Enthüllungsschriften“ ehemaliger Mitglieder, die den Anschein authentischer Erfahrung vermitteln wollen.

    C. Das proklamierte Geheimnis

    Trotz aller Offenheit halten sowohl Mitglieder als auch Gegner am Mythos des Geheimnisses fest. Während die Freimaurer das Ritual als Kern der Verschwiegenheit schützen, nutzen Gegner dieses „Vakuum“, um es mit negativen Projektionen zu füllen:

    • Kirchen: Vermuten eine alternative Religiosität oder religiösen Relativismus.
    • Verschwörungsideologen: Sehen im rituellen Raum einen Hort für Verbrechen gegen die staatliche Ordnung.
    • Intellektuelle Kritiker: Betrachten das Geheimnis oft als bloße Wichtigtuerei oder „mimenhafte Selbsterhöhung“.

    Die acht Funktionen des freimaurerischen Geheimnisses

    Das Geheimnis ist kein Selbstzweck, sondern erfüllt verschiedene soziale und psychologische Funktionen, die oft gleichzeitig nebeneinander bestehen:

    1. Schutzfunktion: Historisch diente die Geheimhaltung dazu, einen Raum frei von staatlicher und kirchlicher Kontrolle zu schaffen (Freiheit im Geheimen).
    2. Bewahrende Funktion: Schutz der Integrität des rituellen Geschehens vor Profanierung.
    3. Soziale Funktion: Das gemeinsame Geheimnis stiftet Freundschaft und ermöglicht Begegnungen auf Augenhöhe, unabhängig von gesellschaftlichen Ständen.
    4. Integrative Funktion: Es schafft eine emotionale Heimat und bindet die Mitglieder durch gemeinsame Symbole zusammen.
    5. Pädagogische Funktion: Der geschützte Raum ermöglicht die Arbeit an der eigenen Persönlichkeit („Arbeit am rauen Stein“).
    6. Illusionsstiftende Funktion: Das Geheimnis schafft eine besondere Atmosphäre für Selbsterhöhungsambitionen und die Vergabe von Würden.
    7. Lockfunktion: Das Mysteriöse erhöht die Attraktivität für potenzielle Mitglieder.
    8. Innere Hierarchisierung: Unterschiedliche Grade schaffen Binnendifferenzierungen und zusätzliche Erlebnisräume, können aber auch Konflikte innerhalb des Bundes erzeugen.

    Kritik und Apologie: Ein historisches Wechselspiel

    Die Geschichte der Freimaurerei ist eine Geschichte der Angriffe und der darauf folgenden Rechtfertigungen. Die Hauptkritikpunkte sind seit Jahrhunderten nahezu identisch:

    • Das Geheimnis widerspreche der Aufklärung.
    • Der Bund bilde einen „Staat im Staate“.
    • Der Eid sei unmenschlich oder schränke die Freiheit ein.
    • Die Vereinigung sei nutzlos oder diene der Verschwörung.

    Interessanterweise profitiert der Bund auch von diesen Mythen, da sie ihn im Gespräch halten und Neugier wecken. Problematisch wird es jedoch, wenn freimaurerische Formen für politische Zwecke instrumentalisiert werden (wie im Falle illegaler Geheimorganisationen, die das Image der regulären Logen massiv schädigen).

    Heutige Außenbewertungen und Zielgruppen

    In der modernen Gesellschaft trifft die Freimaurerei auf acht verschiedene Gruppen, auf die sie jeweils spezifisch reagieren muss:

    • Verschwörungstheoretiker: Mit diesen ist kein rationaler Diskurs möglich.
    • Allgemeiner Aberglaube: Hier hilft nur „bürgerliche Normalität“, um Berührungsängste abzubauen.
    • Kirchen: Hier ist ein seriöser Dialog über das Verhältnis von Freimaurerei und Religion nötig.
    • Wissenschaft: Externe Forschung sollte unterstützt werden, da sie als „Gewissen“ dient und Eigenverdunkelungen aufdeckt.
    • Staat und Politik: Diesen gegenüber ist eine offene Kommunikation angebracht.
    • Medien: Seriosität und Zurückhaltung bei bildstarken Inszenierungen sind wichtig, um sich nicht lächerlich zu machen.
    • Intellektuelle Öffentlichkeit: Freimaurer sollten sich mit eigener Stimme an gesellschaftlichen Diskursen beteiligen.
    • Suchende: Potenzielle Mitglieder brauchen ein klares Bild davon, was Freimaurerei ist, um Enttäuschungen nach der Aufnahme zu vermeiden.

    Fazit: Identität durch Aufklärung

    Eine öffentliche Darstellung, die lediglich auf rituellen Symbolen und „Tempelszenen“ basiert, führt in die Irre und fördert obskure Bilderwelten. Das Ritual ist lediglich ein Werkzeug, um Ethik, Moral und Freundschaft zu festigen – es ist keine Ersatzreligion.

    Der Bund sollte daher auf missverständliche optische Selbstdarstellungen (wie das Auftreten mit ritueller Bekleidung in der Öffentlichkeit) verzichten und stattdessen eine vernünftige Gesamtdarstellung anstreben, die den Menschen und seine moralische Entwicklung in den Mittelpunkt stellt.

    Nur durch unsere klare Definition der eigenen Identität kann die Freimaurerei in einer aufgeklärten Gesellschaft bestehen.

    Ovidiu Bretan
    13 April 2026

  • Finden Sie Ihren Weg: Gemeinsam für eine bessere Zukunft

    Sind Sie bereit für mehr Sinn, Orientierung und eine Gemeinschaft, die inspiriert?

    Ich bin Teil der ältesten und größten weltweiten Bruderschaft, und möglicherweise finden Sie hier genau das, was Sie sich für Ihr Leben wünschen.

    Dieser Text ist für Sie, wenn Sie auf der Suche nach Sinn, Identität und Ihrem Platz im großen Gefüge unserer Welt sind. Vielleicht haben Sie schon von der Freimaurerei gehört, oder sie ist Ihnen noch fremd. Lassen Sie mich Ihnen erzählen, warum sie für mich so bedeutsam ist und welche Inspiration sie für Ihren eigenen Weg bereithalten kann.

    Eine globale Gemeinschaft, die Sie trägt

    Die Freimaurerei ist eine der ältesten und größten weltweiten Vereinigungen, die sich den zeitlosen Idealen von Toleranz, Brüderlichkeit und der Achtung der Menschenwürde verschrieben hat. In einer Welt voller Herausforderungen sind wir fest davon überzeugt, dass gegenseitiges Verständnis und Vertrauen der Schlüssel sind, um unterschiedliche Meinungen und Glaubensrichtungen respektvoll miteinander zu verbinden. Wir erinnern uns daran, dass wir nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Gemeinschaft Verantwortung tragen.

    Der ständige Weg zur Selbstverbesserung

    Freimaurer zu sein, bedeutet, den unaufhörlichen Wunsch nach persönlichem Wachstum zu pflegen. Wir folgen keinen starren Dogmen, sondern es geht darum, unsere eigenen Werte tiefgründig zu erforschen und sie täglich zu leben.

    Jeder Freimaurer fokussiert sich zunächst auf sich selbst – nicht aus Egoismus, sondern aus der Überzeugung: Nur durch Ihre persönliche Entwicklung können Sie einen positiven und nachhaltigen Einfluss auf andere ausüben.

    Sie werden in der Freimaurerei ermutigt, essenzielle Fragen zu stellen, Ihre Identität zu ergründen und Ihren Platz in der Welt zu erkennen: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Diese Fragen sind der Schlüssel, um sich selbst und Ihre Rolle in der Gesellschaft bewusst zu finden.

     Rituale als Wegweiser zu Ihrem Inneren

    Die Rituale der Freimaurerei sind eine einzigartige Methode, um uns an unsere innere Weisheit zu erinnern und unsere Emotionen zu reflektieren. Sie sind nicht bloß Tradition; sie sind kraftvolle Werkzeuge, um tiefste Wahrheiten über uns selbst und die Welt um uns herum zu entdecken. Dieser Prozess ist vergleichbar mit dem Bearbeiten eines rohen Steins – er erfordert Geduld, Hingabe und den aufrichtigen Willen zur Selbst-Vollendung.

    In jeder Loge finden Sie einen Raum für tiefen Dialog, kreative Entfaltung und persönliche Kontemplation. Hier sind Sie nicht allein – andere Gleichgesinnte unterstützen und inspirieren Sie auf Ihrem ganz individuellen Weg.

    Seien Sie der Schöpfer Ihres Lebens

    „Werden Sie von der Kreatur zum Créateur“ – dieser inspirierende Gedanke kann auch Sie motivieren, kreativ zu sein und Ihre Talente voll zu entfalten. Jeder Mensch besitzt das Potenzial, wunderbare Dinge zu schaffen, die anderen Freude und Nutzen bringen. Viele bedeutende Persönlichkeiten und Künstler fanden in der Freimaurerei einen Raum, um ihre Inspiration und ihr Schaffen zu vertiefen.

    Gemeinsame Werte für eine strahlende Zukunft

    Der Weg zur Verbesserung der Welt beginnt bei uns selbst. Unser gemeinsames Ziel ist es, eine Gesellschaft aufzubauen, die von Weisheit, Stärke und Schönheit geprägt ist. Jeder von uns hat die Kraft, positive Veränderung zu bewirken, indem wir universelle Werte wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit hochhalten und vorleben.

    Lassen Sie Ihr Licht erstrahlen

    Das Licht der Weisheit ist bereits in Ihnen – Vernunft, Gewissen, Herz und Verstand sind Ihre inneren Führer. Sie müssen nur den Funken finden, der es entzündet. Tugenden wie Mäßigkeit, Vorsicht und Barmherzigkeit helfen Ihnen dabei, die innere Balance zu finden und Ihr wahres, bestes Selbst auszudrücken.

     

    Schaffen Sie ein Vermächtnis

    Freimaurerei ist mehr als nur eine Zugehörigkeit – es ist ein aktiver Weg, Teil von etwas Größerem zu sein. Sie bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihren Platz in der Welt zu erkunden und einen wertvollen Beitrag zu leisten. Wir alle suchen nach Sinn im Leben, und in unserer Gemeinschaft finden wir die Unterstützung und Inspiration, die wir benötigen, um unser individuelles und kollektives Potenzial voll zu entfalten.

    In einer Welt, die sich schnell verändert, lade ich Sie ein: Finden Sie Ihren eigenen, einzigartigen Weg und ergreifen Sie die Hand, um mit uns gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten.

    Sie sind nicht allein auf dieser Reise. Gemeinsam können wir wachsen, lernen und strahlen – wie der symbolische Tempel der Menschheit, den wir errichten.

    Wie wurde ich Freimaurer?

    Die korrekte Antwort lautet: Ich bin auf dem Weg dorthin! Denn Freimaurer-Sein ist ein Idealzustand der ständigen Entwicklung, den wir vielleicht nie ganz erreichen, aber dem wir uns jeden Tag bewusst annähern.

    Ich bin auf dem Weg integer Freimaurer zu werden und werde für immer Teil meiner eigenen Entwicklung sein!

    Seien Sie auch Sie mutig, seien Sie kreativ und lassen Sie Ihr Licht erstrahlen!

  • Die „Brüder des Schattens“

    Die Freimaurerei ist kein modernes Konstrukt; ihre Wurzeln und Zeichen reichen weit zurück. Schon im Frühchristentum galten die „Brüder“ als ein besonderes Zeichen. Du findest sie als „Dreieck“ in den antiken Katakomben wieder – ein Symbol, das so kraftvoll war, dass selbst Augustinus es als gnostisches Zeichen bekämpfte. Doch Symbole können missbraucht werden: In herabwürdigender Weise traten die drei Punkte etwa 1918 in Berlin in Erscheinung, als eine Fahne mit blutigroten Punkten auf dem Siegestor gehisst wurde. Wahre Maurerei hingegen schützt das Unantastbare.

    Das Zusammentreffen der Weisheit

    Die Legenden der Loge führen dich zum Bau des Salomonischen Tempels. Denke an die Begegnung der Königin von Saba mit König Salomo und dem Baumeister Hiram. Hier trafen drei Ströme der Einweihung aufeinander:

    • Die Balkis der Sternen-Weisheit,
    • der Abel-Priester-König * und der Kains-Nachkomme.

    Aus diesem Zusammenspiel entstand ein Werk, das über das rein Materielle hinausgeht.

    Die Arbeit am rauen Stein: Selbstlosigkeit

    Der Kern deines Strebens sollte die Selbstlosigkeit sein. Es geht darum, an sich selbst zu arbeiten, um der Menschheit zu dienen. Früher war es in den „Geheimen Gesellschaften“ entscheidend, die eigene Persönlichkeit auszuschalten. Das Ideal ist das namenlose Wirken: Denke an die gotischen Dome des Mittelalters – gewaltige Manifestationen des Geistes, erbaut von unbekannten Meistern, deren Namen hinter ihrem Werk zurücktraten.

    Vorsicht vor der Leere: Eine inhaltlose Freimaurerei wird zur Farce. Wenn Maurerei nur dem Materialismus oder Machtstreben dient, gleicht sie der Kruste einer versteinten Pflanze ohne Lebenskraft. Wenn ein „Meister vom Stuhl“ sich eitel von Behörden feiern lässt, ist der Geist der Selbstlosigkeit verflogen.

    Die Sprache der Farben und Säulen

    In der Loge wird dir eine tiefe Farbsymbolik begegnen, die schon Pherekydes von Syros im 6. Jh. v. Chr. in der Dreifaltigkeit der Welt sah: Kronos (Stärke), Zeus (Schönheit) und Chthon (Weisheit).

    • Jachin & Boaz: Am Eingang stehen zwei Säulen. Die rote Säule, Jachin, steht für das männliche Prinzip und die Wahrheit göttlicher Majestät. Die grüne Säule, Boaz, verkörpert das weibliche Prinzip, durchseelte Intelligenz und hoffendes Menschtum. In der Einigung von Rot und Grün strahlt das Christus-Weiß.
    • Der Logenraum: Er ist oft in Blau gehalten – als Sinnbild für fromme Andacht, Selbstaufopferung und Gefühlsinnerlichkeit.

    Geschichte und Organisation

    Die heutigen Johanneslogen beziehen sich entweder auf Johannes den Täufer (oft in Südengland und bei den Kelten) oder auf Johannes den Evangelisten (in Nordengland und Schottland). Während die drei Grade heute oft nur noch ein Abglanz ihrer ursprünglichen Bedeutung sind, weist die Geschichte tiefer: Die Charta von Köln (datiert auf 1519/1535) zeugt von einem frühen Netzwerk aus 19 Logen in Städten wie London, Wien, Amsterdam und Danzig.

    In den schottischen Hochgraden, die wegen ihres politischen Ehrgeizes manchmal kritisch als „Graue Logen“ bezeichnet werden, begegnest du weiteren Farben:

    • Grün und Rot: Die Farben der Andreas-Maurerei (benannt nach dem ersten Jünger). Hier findest du die „vier schottischen Schritte“ und den Altar, der ein grünes Andreaskreuz auf rotem Grund trägt. Grün steht hier für die Hoffnung, oft symbolisiert durch vier grüne Rosen auf dem Schurz.
    • Orange: Diese Farbe weist auf den Orden der Orange-Männer und Wilhelm III. von Oranien hin.

    Dein Weg

    Die Freimaurerei ist kein Verein für Selbstgefälligkeit, sondern ein Raum für Menschen, die nach der „lebendigen Bildungskraft“ suchen. Wenn du bereit bist, die Kruste des Materialismus zu durchbrechen und dich in den Dienst eines größeren Ganzen zu stellen, dann könnte dieser Weg der richtige für dich sein.

    Bist du bereit, den ersten Schritt in die „Vorhalle des Tempels“ zu wagen?

  • Das Geheimnis ist das Geheimnis ist das …

    Seit über 300 Jahren sprechen die Freimaurer über die Geheimnisse, die sie umgibt. Unzählige Bücher und Filme haben sich inzwischen mit den Geheimnissen der Freimaurerei beschäftigt. Einige davon haben auch vermittelt den Schleier, die diese Geheimnisse umwittern, leicht gehoben zu haben

    Viele Journalisten haben sich mit Meldungen über die Freimauerei immer wieder ins Licht der Öffentlichkeit gebracht. Vermeintliche und angebliche Filmemacher haben ähnliche Versuche mit verschiedenen Dokumentarfilme unternommen. Sicher werden wir hier auch kleine wahre Elemente der Geheimnisse wiederfinden. Das lässt sich nicht vermeiden, wie wir später erkennen werden. Welche Ergebnisse sollte schon jemand liefern, der nur halbherzig, wenn überhaupt, recherchiert. Dabei können nur Halbwahrheiten herauskommen. Hauptsache hat jemand mal wieder ein Geheimnis enthüllt. Es gibt nichts Spannendes auf der Welt als ein Geheimnis zu erfahren. Ob es ein Geheimnis war, interessiert den Leser nicht. Er konsumiert alles was man ihm vorlegt. Was ist wenn, möglicherweise einige zum Schutz der Freimaurer die echten Wahrheiten gar nicht verbreiten wollten.

    Die Freimaurerei ist ein El Dorado für die Verschwörungstheoretiker. Das ist Angsteinflößend, und spektakulär. Es ist genau das, worauf dieses Publikum wartet: ein zusätzlicher Beweis, dass die früheren Verschwörungen richtig waren.

    An dieser Stelle sind jedoch alle gleich. Wen interessieren schon unspektakuläre Ereignisse? Und was ist schöner als die Bestätigung meinen eigenen Vorurteilen. Kritik ist inakzeptable, denn, wenn ich nicht mehr dagegen argumentieren kann, habe ich verloren. Wer will schon als Verlierer das Feld räumen.

    Die Menschen brauchen Schuldige. Denn selbstverständlich ist keiner Schuld. Wäre er schuld, würde er etwas ändern müssen. Und an dieser Stelle haben Informatiker die richtige Ausrede für jeden: „Never change runing system“, egal wohin er führt.

    Freimaurerei wird in viele Kreisen in einen Atemzug mit Juden und Amerika genannt. Diese drei agieren bekannter Weise zusammen. Sie führen die ganze Welt und jeden Menschen in Ruin. Sie besitzen die Geldmacht, und lenken damit alle Kriege, den Hunger, die Krankheiten und die Arbeitslosigkeiten in der Welt. Das ist der Grund, wieso es ihm schlecht geht, und da er es nicht ändern kann, schimpft er auf die drei Schuldigen los.

    Wir wissen, dass das alles nicht richtig ist. Und was tun wir dafür? Wir nähren diese Vorurteile. Ich weiß, dass einige mich dafür jetzt am liebsten kreuzigen würden. Gott sei Dank, dass ich als noch junger Freimaurer Welpenschutz genieße.

    Heute in 21. Jahrhundert stehen wir alle vor anderen Herausforderungen. Die potentiellen Suchenden sind kritischer, besitzen ein erweitertes Wissen und finden alle Informationen in Internet. Ja, sie werden es möglicherweise nicht glauben, aber es gibt gar nichts, was wir als Geheimnis betrachten können. Eine CD mit 500 alte und sehr alte Bücher in Deutsch, Englisch und Französisch kostet bei Ebay 5 €. Die Arcane kann jeder für 3,50 € erwerben.

    Die Frage, die mich beschäftigt ist: was ist so geheimnisvoll an unser Geheimnis?

    Vielleicht ist es der Vorwurf eine eingeschworene Männergesellschaft zu sein. Ist das wirklich so?

    Beim ersten Blick wird wahrscheinlich jeder auf diese Idee kommen. Die Männerlogen wollten es so und haben dieses Bild immer schön aufgeputzt und verstärkt. Sie wurden für ihre Umgebung interessanter und geheimnisvoller. Auf einmal waren sie „besser“ als die anderen. Es war für jeden logisch, dass du eine sehr gute finanzielle Basis und viele heißen Kontakte haben musst, um Freimaurer werden zu können. Und wenn er das überall so sieht und darüber liest, wieso sollte er sich ein anderes Bild machen.

    In den Alten Statuten von 1723 steht nicht von Männerlogen. Es steht nirgendwo etwas darüber, dass Frauenlogen oder gemischte Logen nicht möglich sind.

    Sie haben von Anfang an eine kleine falsche, und folgenreiche Entscheidung getroffen, in dem sie drei Grade eingebaut haben. Die Idee am Anfang war folgenrichtig, da alle Maurer waren, und auch dort wird jeder auf der Basis bestimmte Kenntnisse und Erfahrungen irgendwann Geselle und vielleicht auch Meister. Heute wissen wir jedoch, dass es Kinder sind, die mit 10 Jahren ein Abitur ablegen können, und wahrscheinlich als Freimaurer in 3 Monate Meister werden könnten.

    Mit der Zeit ist die Anzahl der nicht Maurer enorm gestiegen, und die Grade sind geblieben. Auf einmal hatten die Grade in der Freimaurerei nichts mehr mit alten Idee zu tun. Jeder Grad bedeutet, dass du in der Hierarchie höher bist. Jetzt fällt mir etwas auf: Waren wir nicht angetreten alle gleich zu sein? Oder sind jetzt einige gleicher. Sie sind so gleich, dass in vielen Ländern die Grade in der Freimaurerei verkauft werden.

    Mit jedem Grad, ob bis maximal 33 oder 99, wächst mit dem Freimaurer in den meisten Fällen nur das eigene Ego. Hier in der Freimaurerei finden sehr viele ihren Selbstwert wieder. Wer und wie entscheidet jemand, ob du den Wert 4,9,18 oder mehr hast? Hast du das mit dir ausgemacht? Hast du dich, als du den Grund gefragt als du diesen Grad bekommen hast?

    Dein Ego ist gewachsen und das genügt. Ein falscher Selbstwert ist in mir gewachsen, und nun war ich etwas Besseres. Oder bin ich immer noch gleich mit meinen Brüdern?

    Wenn wir nicht so denken würden, würden wir nicht nach einen höheren Grad lechzen oder einem Bruder oder Schwester den Grad nicht gönnen. Ich bin froh, dass nicht alle Brüder und Schwester so denken. Vielleicht ließe sich das vermeiden, wenn wir mehr darüber sprechen, wenn wir alle mehr darauf achten, wieviel und welche Qualität unseren Geschwistern und Profanen geben können. Hast du dich das mal gefragt.

    Auf die Frage was mir die Arbeit in Hochgrad gebracht hat, war ich vor Kurzem überfordert. Es war nämlich nicht die Arbeit in Hochgrad die mich weitergebracht hat, sondern mein Engagement und mein Hunger nach Wissen, die mich, weit gebracht haben …

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